auf dem ausgezeichneten Site für/von Rico Rodriguez wird SHA folgendermassen beschrieben:

 

und auf dem ebenfalls ausgezeichneten Progrock Site "Babyblaue Seiten" wird SHA so beschrieben:

 
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Peeni Waali vs. Schildpatt

Sha

Coverbild
Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Peeni Waali ist wohl Fizzè (siehe Kulu/Manoeuvres), ein Gewächs der Schweizer RIO-Folk-Szene, die um die ehemaligen Mitglieder von Debile Menthol entstanden ist (siehe auch L'Ensemble Rayé und Nimal). Schildpatt ist vermutlich Roland Schiltknecht, oder Gabriel Schiltknecht, oder beide. "Sha" ist jedenfalls das neueste Werk von Fizzè und den Schiltknechts. Aufgenommen wurde das Album, so steht's innen im Digipack, im Mensch Studio in Weite, im Haus der Schiltknechts, in den Alpen, in Jamaika, in Paris, in Ghana, in Hongkong, in England, in München, in Neuchatel und noch an einigen anderen, inzwischen vergessenen Orten. Auch die große Zahl an Musikern die hier beteiligt waren (auch wenn die meisten nur in ein oder zwei Nummern auftauchen) belegt, dass hier eine außergewöhnliche Mischung geboten wird.

Als progressiven World-Jazzrock würde ich die Musik von Peeni Waali vs. Schildpatt bezeichnen. Exotisches, Jazz, Rock, Ambientklänge und Alpenfolklore werden hier vermengt, versehen mit einem Schuss Polkakammerrock, Dub, Reggae, Improvisiertem, RIO und Drum & Bass. Bass und recht viel Perkussion treiben die Nummern voran. Dazu erklingen allerlei seltsame und weniger seltsame Instrumente, die sich mitunter in den Vordergrund arbeiten (und das dann sehr virtuos), bzw. sich klangfüllend eher im Hintergrund aufhalten: Hackbrett, Santur (auch eine Art Hackbrett), Alphorn, Akkordeon, Hammondorgel, E-Gitarre, Sax, Flöte, Posaune, Cello, Violine, Didgeridoo, Mandoline, Ukulele und einige mehr. Gesungen und gesprochen wird auch gelegentlich, insbesondere von einer Gruppe mongolischer Kehlkopfsänger. Schließlich gibt es noch diverse Sounds und Geräusche, Soundscapes und Tierlaute (und natürlich echtes Schweizer Kuhglockengebimmel) zu hören. Das Ergebnis ist eine sehr druckvoll und ausgewogen produzierte Mischung aus Jazz, Rock und Folkloristischem, welches mal asiatisch, mal afrikanisch, mal irisch-gälisch, mal alpenländisch beeinflusst zu sein scheint. Fast immer zu hören ist das Hackbrett von Roland Schiltknecht, mit seinen charakteristischen, perlenden und gehämmerten Saitenklängen. Das ergibt ausgesprochen interessante Kontraste, z.B. in "Sha-King Reggae", wenn zu Reggaerhythmen gehackt wird. Sehr gut kommen auch die Stellen, in denen Peter Gisler mit dem Alphorn dazwischentutet, in "Tierfehd City" z.B., in dem Akkordeon, Didgeridoo und Alphorn für sonores Röhren sorgen.

Ethnojazzrock, Worldprog, Ambientfolklore ... so etwas in der Art machen de Bros und Kollegen hier. Sehr klangvoll, locker und abwechslungsreich, ja spannend ist das Ganze jedenfalls. Durchaus melodiös noch dazu, gut anhörbar, auch wenn ich weiter oben etwas von Improvisiertem und RIO geschrieben habe. Kurzum: Wer einmal etwas anderes hören möchte, wer exotische Klänge schätzt, anspruchsvoll und jazzig-rockend dargeboten, der sollte hier einmal reinhören!

Ach ja, fast hätte ich's vergessen! "Sha Zoo" wird auch konservative Progger zum Schmunzeln bringen. In dieser "Hommage to Gentle Giant" sind unzählige Fragmente und Fitzelchen aus Stücken der großen Band verwoben. Zudem röhrt hier Barbara Dennerleins Hammond wunderbar nach Vintage-Art. Tolles Stück! Tolle Platte!

Anspieltipp(s): Sha Zoo
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.4.2007
Letzte Änderung: 5.4.2007
 
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Mensch Music
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Fizzè Soundscapes, Flutes, Hammond, Melodica, Piano, Akkordion, Bass, Ukulele, Percussion, Sanza, Voice
Gabriel Schiltknecht Perkussion, Drums, Balafon
Alain Apoloo Bass
Roland Schiltknecht Hackbrett, Basshackbrett, Bowed Basshackbrett, Voice
Alan Kushan Santur, Voice
Steve Gregory Sax
Raphael Zweifel Cello
Betty Legler Voice, Jodel
Gereltsogt Jamba Voice
Walter Probst Digeridoo
Peter Gisler Alphorn
Martin Spühler Klangkörper
Matt Weeks Bass
Barbara Dennerlein Hammond B3
Hubert Osterwalder Guitars
David Hopkins Percussion
Felix Hodel Flute
Patrik Schwitter Bass
Ljubo Majstorovic Guitar, Bass
Heinz Vetsch Cymbals
Dennis Bovell Bass
Rico Rodriguez Trombone
Jack Frei Mandolin, Pedal Steel Guitar
Laurent Viennet Guitar
Cédric Vuille Ukulele
Tobias Morgenstern Accordion
Gilles Rieder Balafon
Shirley Hoffmann Tuba, Euphonium
Heiri Känzig Bass
Christof Brunner Violin
Daniel Spahni Drums
Martin Real Bluesharp
Lars Hollmer Accordion
Giulio Carcaiso Drums
Sylvain Gagnon Bass
Ts. Batgerel Morin Khuur
Z. Selenge Yoochin
Ch. Enkhjargal Limbe
S. Sarangerel Shudraga, Shanz
Pedson Kasume, Sarah Ndagire, Atongo, Linton Kwesi Johnson, Linus De Bros, Andri De Bros Voice
Gereltsorg Jamba, Ganburged Bukhchulum, Orkhonbaatar Chinbat, Dorjnyam Shinetsog Throat Singing

Tracklist

Disc 1
1. Der mit dem Derwish tanzt (short version) 4:31
2. Ku Sha 3:32
3. Sha Zoo 6:51
4. Balakan 4:30
5. Beacon of Hope Revisited - remix 2006 7:24
6. Cliché Alpum 1:55
7. Shapatt 3:32
8. Tannz(apfel) 4:09
9. Sha-King Reggea 4:52
10. Tribal Tunsh´s Hokus Pokus 3:32
11. Der mit dem Derwish tanzt (long version) 8:14
12. Dron 0:36
13. Tierfehd City 2:29
14. Canabeat 8:02
15. Landung auf Bunju 4:29
16. Alpini Waali 3:21
Gesamtlaufzeit71:59


Wertung: 11/15

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Jazzthing Nr. 68 beschreibt's so:

Im Appenzeller Land klügelt seit Jahren ein Multiinstrumentalist und Produzent feine Ideen aus, deren guter Ruf sein Studio längst zur Anlaufstation für Musiker vom Schlage eines Taj Mahal oder Linton Kwesi Johnson gemacht hat. Fizzè, so nennt er sich zuweilen, hat unter dem Alias Peeni Waali seit 1989 einige wenige Alben auf den Markt gebracht, die allesamt durchweg interessante Werke enthielten. Zu den Beteiligten zählten neben den schon Erwähnten Michael Rose, Lee Scratch Perry, Georgie Fame, Hossam Shaker, Shirley Ann Hofmann, Barbara Dennerlein und der Hackbrettspezi Roland Schiltknecht. Das ist übrigens nur eine kleine Auswahl. Und nun „SHA“ (www.mensch3000.ch), ein Projekt, mit dem Peeni Waali seit Wochen in den World Music Charts Europe auf den vorderen Plätzen steht. Es ist gewissermaßen ein Gemeinschaftswerk mit Roland Schiltknecht, der eindrücklich belegt, welche beachtliche Bandbreite seine Bretter einnehmen können, was Klang und Stilistik betrifft. Sphärische Sounds, geformt mit Santur und Cello, Cimbal und Balafon, unterfüttert mit Fizzès „soundscapes“, changieren mit wuchtigen Dubs oder lustigem Ländlerstoff. Dazwischen eine Orgie in Sachen zappaesker Rhythmik. Didgeridoo, Blues Harp, Hammond, Obertongesang, Tuba, Sax, Posaune, Alphorn: Das Instrumentarium ist umfangreich, nie aber überladen eingesetzt, stets im Dienst an der guten Sache sozusagen. An dem Album hat man eine Menge zu hören.