9. Peeni Waali - Skarab
In der taz wurde die CD "The Dawn Of Peeni Waali" (1990) als Platte des Jahrhunderts bezeichnet. Oder wie Fizzè sagen würde: gerügt... Mehr über Fizzè und sein Projekt Peeni Waali erfährt man hier: http://www.mensch3000.ch. CD's kann man von ihm nur über diese Mailadresse erhalten. (Schweiz)
Der Muezzin stammt übrigens aus Dschidda (Saudi Arabien). Anfang der 80er nahm Fizzè ihn dort auf einem Marktplatz auf. Mitte der 90er hatte Fizzè tatsächlich die Gelegenheit, dem Muezzin dieses Stück vorzuspielen. Er war über diese "Gotteslästerung" empört. Es ist ein weiter Weg zur Verständigung zwischen den Menschen auf dieser Welt... Den Baß spielt übrigens Robbie Shakespeare, den man auf jeder zweiten Platte findet ;-). Zum Beispiel oft bei den Rolling Stones.

 

 

The Eve of Peeni Waali
by Mr. Braunov, 1/2000


Der Leuchtkäfer flog aus Jamaika in die Schweiz und brachte eine Trilogie von Platten hervor, die mit dieser jüngsten Veröffentlichung (vorläufig) abgeschlossen wurde. Die Musik, die hier zusammenfloss, ist nichts anderes als großartige, mit einem Reggaebeat unterlegte Weltmusik. Wer sonst hat schon Titel von Dylan und George Brassens hintereinandergekoppelt, Reggae mit Schweizer Käse („Emmentaler Dep“) verknüpft und alles mit arabischem Straßenlärm unterlegt?

Peeni Waali entstand Ende der achtziger Jahre, als Fizzé, eine schweizer Reggaeformation, die Heart Beat Band, produzieren sollte, aber keine Ahnung von Reggae hatte. Er reiste kurzentschlossen nach Kingston und spielte über früher aufgenommene Basictracks in den MusicWorks, Penthouse und Mixing Lab Studios Spuren mit Musikern wie Dean Fraser (sax), Robbie Shakespeare (b), Rico (tb) und Deadley Headley (sax) ein.

Rico Rodriguez folgte in die Schweiz und im Laufe der Jahre viele weitere Musiker, von Linton Kwesi Johnson über Barbara Dennerlein bis zu Georgie Fame. Nur Lee Perry selbst musste nicht weit anreisen, um seine Kommentare über die Tracks zu verstreuen.

The Eve versammelt einen atemberaubenden Mix aus dem über Jahre gesammelten Material. Neue Titel werden ergänzt durch Neuabmischungen und Dubversions älterer Aufnahmen. „Beacon of Hope“, das Lied über Peeni Waali, wie der Leuchtkäfer in Jamaika genannt wird, mit LKJ, der Dennis Bovell Dub Band und Rico’s Posaune. Es gibt eine Wiederbegegnung mit „Rockaman Soul“, einem Titel, der abgeleitet vom Gospel Rock My Soul um 1960 in Jamaika erstmals für Furore sorgte, ebenso wie eine Wiederveröffentlichung der Aufnahmen, wegen derer Fizzè 1987 eigentlich nach Jamaika gereist war, die Aufnahmen der 89er Crossroads-Maxi der Heart Beat Band feat. Rico. CD1 öffnet mit Alton Ellis‘ Klassiker „I’m Still In Love With You“, gefolgt von „Beautiful Lady“, bei dem die Hornsection gleich doppelt besetzt ist: auf der einen Seite liefern Rico und Deadley Headley ihre eingespielten, weichen Linien, denen auf der anderen Dean Fraser’s Solo auf dem Altsaxophon gegenübersteht. „Game“ eröffnet CD2: die Komposition von Fizzè wird beflügelt von Barbara Dennerlein‘s Hammond B3 Orgelspiel sowie dem Gleichklang von Jodel und jamaikanischer Posaune über einem Reggae-Riddim. Da das alles ebenso unvorstellbar ist wie das, was Lee Perry über die Schweiz und diese Musik zu sinnieren hat, sollte man sie sich anhören.

(Bezug der CDs direkt über www.mensch3000.ch)
- Mr. Braunov, 19.1.2000

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gesehen auf Swiss Music News:

Fizzè hat es geschafft: sechs Jahre nach Veröffentlichung des schweizerisch-jamaicanischen Meisterwerkes «Peeni Waali» (Leuchtkäfer) hat der aus Graubünden stammende Initiant und Produzent die Fortsetzung des auf Kulturaustausch und Klangvielfalt ausgelegten Gemeinschaftsprojektes im Kasten. «The Return of Peeni Waali» wurde von nicht weniger als 44 Interpreten eingespielt, darunter Taj Mahal, Linton Kwesi Johnson, Rico Rodriguez, Lee Scratch Perry, eine fantastische Barbara Dennerlein oder Gilles ‘Dizzi’ Rieder). Eine Pre-Release-Edition gibt’s bei Fizzès Firma Mensch Music (Tel.: 081-783 33 69), eine gekürzte internationale Fassung soll auf dem britischen Label LKJ erscheinen, ein CH-Vertrieb wird noch gesucht.

Nach der 1991 erschienenen ersten CD von Peeni Waali («The Dawn Of...») und der einer Fortsetzung 1997 («The Return») hat Mastermind ‚Fizzè‘ ein weiteres Oeuvre vorbereitet. Immerhin konnte er hierfür auf zahllose unfertige Aufnahmen früherer Sessions zurückgreifen, andererseits haben sich seither auch einige neue Ideen angesammelt. Diese wurden wiederum mit einer grossen Zahl von Mitwirkenden aus der ganzen Welt realisiert und zu einer mal lüpfigen, mal psychedelisch anmutenden, mal queren und dann wieder – Reggae und Dub sei Dank - sehr eingängigen Melange aufbereitet. Für Überraschungen ist jedenfalls gesorgt und auch für auskriechende Spielzeit, wird diese Trilogie doch mit einer Doppel-CD abgeschlossen.

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Wer Rico, LKJ (Linton Kwesi Johnson), Robbie Shakespeare, Barbara Dennerlein und und und mag, sollte unbedingt einen Blick auf das Peeni Waali-Projekt des Schweizers Fizzè werfen. Der war übrigens zeitweise Produzent von Gentle Giant (auch so eine mittlerweile zu Unrecht vergessene Band).

Die CD's von ihm gibt's nicht im Handel, sondern nur direkt bei Mensch Music zu bestellen. Aber es lohnt sich absolut. Die "Return Of The Peeni Waali" wurde übrigens von der taz als Platte des Jahrhunderts bezeichnet (was auch immer das heißen soll). Darauf befindet sich der geniale Opener "Nice Time" mit Lee "Scratch" Perry - ein Reggae-Stück mit Schweizer-Folklore-Elementen.

 

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Kulu/Manoeuvres

Kulu/Manoeuvres

Coverbild Allgemeine Angaben, siehe Produkt- und/oder Track-Info

Rezensionen
Von: Achim Breiling @

Schwarz, sehr viel Schwarz und etwas Weiss gibt es auf dem Cover von "Kulu/Manoeuvres" zu sehen. Düster, geheimnisvoll, eosterisch und exotisch wirkt das Bildwerk, erinnert aber auch an Kunstwerke vom schwarzen Kontinent. Die meisten der beteiligten Musiker kommen allerdings aus der Schweiz. Gilles "Dizzi" Rieder und Fizzè heissen die beiden Köpfe hinter dieser Musik. Fizzè, meist an verschiedenen Tasten tätig, war einst Tourbegleiter des schweizer RIO-Avantgarde-Urgesteins Débile Menthol, bei denen Rieder das Schlagzeug bediente, spielte aber auch auf der ersten LP von Nimal und zusammen mit Albert Marcœur und Lars Hollmer (Samla Mammas Manna).

Seine erste LP veröffentlichte Fizzè 1986 auf dem eigenen Label Mensch Records. Schon auf "Kulu Hatha Mamnua" war Gilles V. Rieder als Perkussionist beteiligt, und auf der zweiten Mensch-LP - "Manoeuvres D'Automne" - ist er der Hauptkomponist. 1996 erschienen beide LPs auf einer CD. "Kulu/Manoeuvres" ist aber nicht einfach nur einer der üblichen Twofers. Die Stücke der ursprünglichen LPs wurden teilweise neu abgemischt, neu miteinander kombiniert und durch einige neue Nummern ergänzt, so dass ein eigenes, neues Produkt entstanden ist.

Recht eigenartig ist die hier zu hörende Musik. Eine Art von Ethno-RIO oder World-Elektronik schallt hier aus den Boxen, avantgardistische Klangräume, experimentelle Soundgemälde, gemalt von einer Vielzahl von elektronischen und akustischen Instrumenten, und unterlegt mit exotischer Perkussion, unzähligen Geräusch-Samples und Effekten.

Mit "Kulu Hatha Mamnua" fängt die Scheibe noch recht harmlos an. Nahöstliche Perkussion, ein von ebendort stammendes Zupfinstrument und verschiedene exotische Klangschnipsel sorgen für Ethno-Flair. Dazu erklingen Posaune und Klarinette, ein kleiner Chor und voluminöse Keyboardflächen, und erzeugen etwas, das man vereinfachend als elektrifizierte, farbige Worldmusic bezeichnen könnte. Allerdings geht das Ganze nicht so leicht ins Ohr, wie die meisten Produktionen aus dieser Ecke des Musikschaffens. Sehr dicht verwoben sind die verschiedenen Klangfragmente und Melodielinien, und eher sperrig wälzen sich die Töne in den Gehörgängen voran. Zu beginn von "C'est loin" bekommt die Musik erstmals eine düstere Färbung, ehe das Stück in ein sehr rhythmisches, tranceartiges Perkussionskonglomerat übergeht. Mit "Animist" wird es dann richtig schräg. Hier wabern und dröhnen verschiedene Klänge durcheinander, unterlegt mit einer industriell wirkenden Schlagzeugbegleitung. Ähnlich düstere Soundwelten gibt es auch in "Mer Morte" oder "Mutation" zu hören. Dazwischen gibt es, quasi zur Erholung, ruhigere und auch heiterere Stücke, in denen mitunter ein Akkordeon für "französische" Stimmung sorgt, getragene Kirmes-/Kaffeehausmelodien vorbeiziehen, Wasser aus den Boxen plätschert, Flöten erklingen, volles Klangschweben für hypnotische Atmosphäre sorgt oder ein Saxophon ein jazziges Element einbringt. Mit "Vision of Hope" hat sich sogar eine Art jazzig-funkiger Reggae auf die Scheibe verirrt.

Mit "La Mort guette" gibt es zudem noch ein Stück mit Gesang. Recht schräg, fast punkig ist diese Nummer, mit rumpelndem Bass, sägenden Gitarren- und Keyboardklängen und einer sehr abgefahrenen Schlagzeugarbeit. Das Stück endet in einem industriellen Freak-Out. Klasse!

"Kulu/Manoeuvres" bietet ein extrem abwechslungsreiches Durcheinander an komplexem Klang, welches bisweilen an die Musik von The Future Sound Of London, Art Zoyd, Samla/Zamla oder This Heat erinnert, meistens aber ziemlich unvergleichlich aus den Boxen quillt. Wer die Werke der eben genannten Gruppen schätzt, dürfte auch gegen "Kulu/Manoeuvres" keine Aversionen entwickeln. Bestellen kann man die CD übrigens direkt bei Mensch Music.

Anspieltipp(s): durchhören!
Vergleichbar mit:  
Veröffentlicht am: 7.7.2005
Letzte Änderung: 7.7.2005
Wertung: 12/15

 

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aus dem Bestellkatalog vom besten Plattenshop der Schweiz (RecRec Zürich) und hoi Veit!

FIZZE / DIZZI  Kulu /Manoeuvres (80-87/96) 32.00
73:59/24. Mit "Kulu Hatha Mamnua" (80-85) hat FIZZE aka PEENI WAALI aka MENSCH MUSIC sehr schön die Stimmung der MADE TO MEASURE-Serie auf Crammed Records eingefangen. Dieses frühe Dokument einer universellen ‚World Music‘ aus der Schweiz geht eindeutig musikalisch in dieselbe Richtung. Es ist dann auch kein Zufall, dass FIZZE die beiden Stücke "Odessa" (AKSAK MABOUL) und "Tonöga" (LARS HOLLMER) covert. – Gekoppelt mit "Manoeuvres D’Automne" (87) von GILLES-V. ‚DIZZI‘ RIEDER, damals bei DEBILE MENTHOL, heute bei HALF JAPANESE. Sein Album ist dunkler & dramatischer, mit sehr mitreissenden Passagen. Zwei Platten, auf dieser CD in der Songfolge durcheinandergemischt, die aber bestens miteinander harmonisieren. Mit 6 Bonustracks Limited Edition!

 

 

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