کرم شب تاب

 

von The Peeni Waali All Stars posse

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Tracks and Credits

Video Teaser on YouTube

Hier ein paar Echos, was andere Leutz darüber zu sagen haben:

sowie ausgiebige Hintergrundinfo zu jedem Track (weiter unten)

THE PEENI WAALI ALL STARS ShabTab (Mensch Music, AGR 017): So alle 5 bis 4 Jahre legt der Mensch ein Ei, zuletzt Sha (2006), davor The Eve of Peeni Waali (2000).
Wer tiefer gräbt, stößt auf
Kulu Hatha Mamnua (1982), und überhaupt war Fizzè mit dabei bei der 'Imaginären Folklore' von Nimal, Manœuvres D'Automne, L'Ensemble Rayé.
Sein Herz schlägt für etwas, das als 'Weltmusik' zu doof getauft, besser 'Menschmusik' oder 'Von Mensch zu Mensch Musik' heißt.
Dub ist das Zauberwort und lässt Fizzè vereinen, was ihm ans Herz gewachsen ist: Marcœur, Rico, Holmer, Kwesi Johnson, Ellington, Dylan, Porter, Rota... Er kommt mir vor wie EMBRYOs Alpini Waali.
Alan Kushan (Weltmusikgröße mit dem Samsara Sound System etc. und in Kollaboration mit Pha­raoh's Daughter schon auf Tzadik zu hören), der schon ein guter Geist bei
Sha gewesen ist, wurde nun mit seiner Santur einer der Chefköche bei Fizzès 'Nouvelle cuisine orien­tale'. Der Diaspora-Iraner und Künstler-Vagabund, der mit engagierter Poesie an einer Gegenwelt zur 'Islamo-faschistischen Unterdrückung' festhält, würzt den musikalischen Mischmasch nicht bloß, er mischt sein ganzes Können und Wollen mit ein. Sein persisches Hackbrett, sein Gesang und Fizzès Flöten sind das Doppelherz der Musik, dazu mischt Fizzè Blasmusik von Posaune, Saxophon, Tuba, Euphonium, Klarinetten und Alphörnern (Rico Rodriguez, Steve Gregory, Shirley Hoffmann, Andri de Bros, Fritz Ostwald, Paul Haag), Cello (Raphael Zweifel), Akkordeon (er selbst und Tobias Morgenstern), Gitarre (Hubert Osterwalder) und nicht zuletzt Hammondorgel (wiederum er selbst, aber auch Barbara Dennerlein mit zwei swingenden Solos). Eins davon verschönt das Titelstück, ein sohlenkitzelndes Balkantänzchen aus dem Fundus der Amsterdam Klezmer Band mit Barraka el Farnatshi-Touch und Mitswingzwang.
Bei 'From Mahabad to St-Saëns' schlägt Kushan den Bogen von seinem Geburtsort zur französischen Klassik, singt dazu aber den im Iran altbekannten Text von 'Morgh-e Sahar', Mashups und Bastard Pop sind eine Peeni Waali-Spezialität.
'Widmung an HaFis' singt ohne Worte nicht wirklich zum Lob des Dich­ters, der Goethe zu seinem 'Diwan' anregte, sondern meint die Noten Ha und Fis.
Zu Maul­trommel und Wahwah macht Kushan in einer funky Fukushima Dub-Version den 'Shaman in Jah Pan', der für die ökologische Wende plädiert.
'Five Bells over Tokyo' erneuert die Freundschaft mit Morgan Fisher, der zu moorsoldatischer Santur- und Flötenmelancholie auf seinen Keyboardsraritäten klimpert.
Steeldrums leiten über zum hymnischen, rhyth­misch komplexen 'Shabnam' und seinem opulent orchestrierten Orient exotique.
Bei 'Buddah on the frogs' lässt Kushan Arabesken aus seinem Mund wuchern zu Dschungel­sound, Alphornbordun und Gitarrenpathos, das einem das Herz auswringt.
'Ridaan' scheißt als aggressiver Rock mit heiser zornigem Biss auf jede Religion, die Gedanken­freiheit und Frauen unterdrückt, die verfolgt, einsperrt und mordet.
'Nouvelle cuisine orientale' kocht Indisch mit Hackbrett, Milchtopfpercussion und raffiniertem Klingklang von Küchenutensilien (Pascal Cuche).
Die 'Internationale' auf einer Spieluhr führt zuletzt zu einer zartbitteren Instrumentalversion von Robert Wyatts 'Mass Medium'. Bitter, weil die Medien dafür sorgen, dass nur Wenige aufwachen, um reinen Tisch zu machen, und weil das letzte Wort in der Wirklichkeit oft ein leeres Wort bleibt. Es lautet
Menschenrecht und ist die Glut in dieser Menschen-Musik, die Jamaika grenzenlos an die Mongolei grenzen lässt, die Schweiz an Peru, Uganda an den Balkan. Fizzè fischt nach Komplimenten, wenn er sich bescheiden 'Ölfass Animist in Müll Moll' nennt, er ist ein 'Leuchtturm der Hoffnung', ein Indianer für Morgen, ein endemisch unorthodoxer 'Mustafa Pum Pum', der einem Star wie Betty Legler ein verführerisches 'Hidden Dreams' von White Noise singen lässt und das zwischen Beethoven und Glass sandwicht. Irre genug? Ach, wenn's doch nur mehr so verrückte Hühner gäbe, who know the secrets of our yearnings.  [BA 72 rbd]

 

 

 

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Eigentlich wollte er ja keine CD mehr machen, der Fizzè aus Weite in der Ostschweiz an der Grenze zu Lichtenstein. Aber, dann kam es doch anders. Der Babyblaue Leser mit gutem Gedächtnis kennt Fizzè von "Sha" und "Kulu/Manoeuvres". Weltmusikalisches, Jazzrock, Avantgardistisches und Progressives vermengt der Schweizer meist, der der Neuenburger RIO-Schule entstammt, dem Umfeld von Bands wie Debile Menthol, Nimal und dem Ensemble Rayé. Viel ist er rumgekommen in der (Musik)welt, doch offenbar hat er sich dann irgendwann zur Ruhe gesetzt (zumindest als selbstschaffender Recording Artist, als Produzent, Toningenieur und Gastmusiker war er weiterhin sehr aktiv), war doch das 2006 erschienen "Sha" bis vor Kurzem das letzte musikalische Lebenszeichen von Peeni Waali.

2009 kam dann Alan Kushan, der auf "Sha" schon als akustischer Gast zu hören war (persönlich hatte man sich noch nie getroffen), zu Besuch in die Schweiz. Der persische Santur-Virtuose und Sänger initiierte schnell einige musikalische und kompositorische Arbeiten, die dann bei einem erneuten, ausgedehnten Aufenthalt im Mensch-Studio in Weite ausgebaut und perfektioniert wurden. Und dann war es passiert, Fizzè war infiziert und es entstand ein weiteres Klangwerk, welches erweitert um diverse Gastbeiträge und perfekt produziert als nun wirklich letztes Album (ja ja ... sag niemals nie!) von Peeni Waali Anfang 2012 auf CD veröffentlicht wurde.

Weltmusik gibt es auf "Sha Tab" zu hören, mehr oder weniger. Kushans Santur (die persische Version eines Psalteriums, also eine Art Hackbrett) und sein Gesang bilden die Grundlage der meisten Stücke. Dazu kommen floydig-spacige E-Gitarren, allerlei flächige Sounds und natürliche Geräusche, Vintage-Georgel, Polka-Akkordeon, einiges an Gebläse (Sax, Tuba, Posaune, Alphorn, Flöten und Klezmerklarinetten), Cello, warm brummende bis knackig knurrende Bässe, Maulgetrommel, Schlagzeug, diverse weitere Perkussion und sonst noch so allerlei Geklapper und Geklimper. Mit den Produkten all dieser Klangerzeuger braut Fizzè hier seinen Welt-Artrock oder progressiven Ethno-Jazzrock aus Jazz, Rock, Ambientklängen, Exotischem, Alpenfolklore, Polkakammerrock, Dub, etwas symphonischem Retroprog und verqueren RIO-Reminiszenzen.

Das Ergebnis ist eine ausgesprochen unterhaltsame und farbige Angelegenheit, die zwischen flottem Perserprog (dominiert von den kernig-gefühlvollen "Gehacke" Kushans), eher getragenen Kaffeehausklängen, urigem Akkordeontänzen, von E-Gitarren bzw. Querflöten und Sax getragenen Jazzrockausflügen, tiefgründigen Klangseen mit Ambientgrundlage, orchestralem Ethnokammerprog, kantigerem Wordrock ("Ridaan") und filigranen, dicht vernetzten Instrumentalwechselspielen hin und her schwankt. Zum Abschluss gleitet dann eine getragene Santur-Kammerjazz-Version von Robert Wyatts "Mass Medium" (vom Album "Old Rottenhat") aus den Boxen.

Ein weltumfassendes Gemenge an unkonventionellem, etwas verrücktem, dicht verwobenem, aber durchaus rundem und wunderbar transparent produziertem Klang ist auf "Sha Tab" zu finden, das auf sehr sympathische Art und Weise einen ganz eigenen, locker-eindringlichen Charakter entfaltet. Ich variiere einfach mein Fazit zu "Sha" und wende es hier wieder an: Wer einmal etwas anderes hören möchte, wer exotische und anspruchsvolle Klänge schätzt, der sollte in "Shab Tab" dringend einmal reinhören!

 

 

 

aus "Rolling Stone"

         

 
 
Auf Barbara Dennerleins Info-Letter fanden wir den freundlichen Link:
 
Shab Tab

So heißt die neue CD des Schweizer Multiinstrumentalisten Fizzè, der dieses Projekt gemeinsam mit Alan Kushan verwirklicht hat. Unterstützung holten sich beide bei zahlreichen weiteren Musikern. Und deshalb wurde die Musikergemeinschaft flugs zur "Peeni Waali All Stars" ernannt. Hier treffen Hammondorgel auf Milkpots, Tuba und Euphonium auf Santur, Cello auf Hackbrett. Eine wild erscheinende Mischung, doch fügen sich die unterschiedlichen Klänge auf magische Weise harmonisch ineinander. Barbara Dennerlein wirkte beim Titelstück und bei einem weiteren Titel mit. Die CD ist direkt bei http://mensch3000.ch erhältlich. Und es gibt zum reinhören und anschauen ein Video:
http://www.youtube.com/watch?v=uiI38FbjnLI

 

Rezensionen Von: Achim Breiling @
Peeni Waali ist wohl Fizzè (siehe Kulu/Manoeuvres), ein Gewächs der Schweizer RIO-Folk-Szene, die um die ehemaligen Mitglieder von Debile Menthol entstanden ist (siehe auch L'Ensemble Rayé und Nimal). Schildpatt ist vermutlich Roland Schiltknecht, oder Gabriel Schiltknecht, oder beide. "Sha" ist jedenfalls das vorletzte Werk (2006) von Fizzè und den Schildknechts. Aufgenommen wurde das Album, so steht's innen im Digipack, im Mensch Studio in Weite, im Haus der Schildknechts, in den Alpen, in Jamaika, in Paris, in Ghana, in Hongkong, in England, in München, in Neuchatel und noch an einigen anderen, inzwischen vergessenen Orten. Auch die große Zahl an Musikern die hier beteiligt waren (auch wenn die meisten nur in ein oder zwei Nummern auftauchen) belegt, dass hier eine außergewöhnliche Mischung geboten wird.

Als progressiven World-Jazzrock würde ich die Musik von Peeni Waali vs. Schildpatt bezeichnen. Exotisches, Jazz, Rock, Ambientklänge und Alpenfolklore werden hier vermengt, versehen mit einem Schuss Polkakammerrock, Dub, Reggae, Improvisiertem, RIO und Drum & Bass. Bass und recht viel Perkussion treiben die Nummern voran. Dazu erklingen allerlei seltsame und weniger seltsame Instrumente, die sich mitunter in den Vordergrund arbeiten (und das dann sehr virtuos), bzw. sich klangfüllend eher im Hintergrund aufhalten: Hackbrett, Santur (auch eine Art Hackbrett), Alphorn, Akkordeon, Hammondorgel, E-Gitarre, Sax, Flöte, Posaune, Cello, Violine, Didgeridoo, Mandoline, Ukulele und einige mehr. Gesungen und gesprochen wird auch gelegentlich, insbesondere von einer Gruppe mongolischer Kehlkopfsänger. Schließlich gibt es noch diverse Sounds und Geräusche, Soundscapes und Tierlaute (und natürlich echtes Schweizer Kuhglockengebimmel) zu hören. Das Ergebnis ist eine sehr druckvoll und ausgewogen produzierte Mischung aus Jazz, Rock und Folkloristischem, welches mal asiatisch, mal afrikanisch, mal irisch-gälisch, mal alpenländisch beeinflusst zu sein scheint. Fast immer zu hören ist das Hackbrett von Roland Schildknecht, mit seinen charakteristischen, perlenden und gehämmerten Saitenklängen. Das ergibt ausgesprochen interessante Kontraste, z.B. in "Sha-King Reggae", wenn zu Reggaerhythmen gehackt wird. Sehr gut kommen auch die Stellen, in denen Peter Gisler mit dem Alphorn dazwischentutet, in "Tierfehd City" z.B., in dem Akkordeon, Didgeridoo und Alphorn für sonores Röhren sorgen.

Ethnojazzrock, Worldprog, Ambientfolklore ... so etwas in der Art machen Fizzè und Kollegen hier. Sehr klangvoll, locker und abwechslungsreich, ja spannend ist das Ganze jedenfalls. Durchaus melodiös noch dazu, gut anhörbar, auch wenn ich weiter oben etwas von Improvisiertem und RIO geschrieben habe. Kurzum: Wer einmal etwas anderes hören möchte, wer exotische Klänge schätzt, anspruchsvoll und jazzig-rockend dargeboten, der sollte hier einmal reinhören!

Ach ja, fast hätte ich's vergessen! "Sha Zoo" wird auch konservative Progger zum Schmunzeln bringen. In dieser "Hommage to Gentle Giant" sind unzählige Fragmente und Fitzelchen aus Stücken der großen Band verwoben. Zudem röhrt hier Barbara Dennerleins Hammond wunderbar nach Vintage-Art. Tolles Stück! Tolle Platte!

 

 

 
über SHA
Die drei ersten Titel knüpfen persisch/arabische (?) und schweizer ("Grüezzi") Klänge zu einem herrlichen, leicht groovenden Klangbild, dem ich unbegrenzt zuhören kann. Ein Orgelsolo von Barbara Dennerlein, ein Sax-Solo von Steve Gregory, die beiden Hackbretter persischer (Alan Kushan auf der Santur) und schweizer Provenienz (Roland Schildknecht), alles passt, ist spannend gemischt (Fizzès Spezialität) und fließt in einem völlig entspannten Strom ins Ohr hinein.
Dann kommen ein Balafon und westafrikanische Klänge (auf Balakan) hinzu; kaum hat man den Wechsel der Klangfarben registriert, spielt Fizzé ein eingängiges, sehr europäisches Flötensolo in den Track hinein, bei dem man sich einen Reigentanz unter der Linde vorstellen mag, ein liebender Meister (Ljubo Majstorovic) spielt Gitarre ...Balakan ist toll.
Der Klasiker von Peeni Waali darf nicht fehlen und folgt, selbstverständlich wieder in neuem Mix: "Beacon Of Hope", mit LKJs Stimme, Ricos Horn ... Diesmal über 7 Minuten ... mit allem, was man sich wünschen kann. Es gewinnt an Fahrt, zunächst unmerklich, dann mit Barbara Dennerleins Hammond mehr - dann mit Ricos Horn stoppt der Drive, Johnson spricht sein Gedicht vor dem Klang von Flöte und Hackbrett, der Drive kehrt zurück, Akkordeon stimmt ein in den Jubel bis die Posaune von Rico dem ganzen die Krönung verleiht. Die beste Version - so far!
"Cliché Alpum" beginnt, wo Beacon endete, mit Ricos Horn, untermalt von Kuhglocken, dann stimmen Hackbrett und Jodler eine kleine Melodie an gegen die dann eine ebenso kleine arabische Melodie gesetzt wird. So harmonisch, Integration perfekt!
Nach "Tannz(apfel)" folgt "Sha-King Reggae", dem Rico einen markanten Tupfer aufsetzen kann. Daniel Spahni, der auch auf Lee Perry's letztem Album die Drums spielte, ist für den federleichten Rhythmus zuständig.
Es folgen die sog. Bonustracks: Tribal Tunsch's Hokus Pokus, eine lange Version von Der mit dem Derwisch tanzt (kann gar nicht lang genug sein), und dann schließlich Alpini Waali, ein ganz hübsches, kleines Stückchen Fizzè'scher Spielerei zum Abschluss.
Warum gibt's das nicht alle 3 statt alle 6 Jahre?
- braunov, Jan. 2007

 

 

Kommentar des Produzenten:

Bei der Produktion des letzten Albums "SHA" kannte ich Alan Kushan nur "akustisch". Wir sind uns erst 2009 begegnet und experimentierten mit losen Musikfragmenten verschiedenster Manufaktur, Töne und Schatten, d.h. nach intensiven Diskussionen über unumgehbare musikalische Grössen wie z.B. Camille Saint-Saëns, versuchten wir eine "Ostinato-Kollage", welche eine perfekte Struktur abgab, woraus sich dann "From Mahabad to Saint-Saëns" entwickeln sollte. Oder ein ander mal sinnierten wir über unsere beidseitige Bewunderung des Oeuvres von Bob Dylan, lasen Passagen aus seinen Gedichten, und Alan legte eine vokale Prämisse von "Mother of Life" (in Anlehnung vielleicht an Father of Night).  Und doch: ich hatte keinerlei Ambitionen eine weitere CD herauszubringen.

Im Mai 2010 besuchte mich Alan erneut. Wieder tauschten wir Ideen und Gedanken über mehr Tiefgang... Humor... Emotionen... Kinder... Soham... Fokus... Subjektivität... Hoffnung... Objektivität...  Technik... Horizonte... Intuition... Reisen... Berscheidenheit... Erfahrungen... Raum... Dankbarkeit... ...Sein... Berge... Überzeugungen... Fussstapfen im Schnee... Wahrheit... Ein Rudel Raben... Fragen... Das Flüstern der Stille... Absurdität... Die Verwegenheit eines Wasserfalls… Zweifel... schimmernde, warme und helle Sommernächte... Kontraste... klirrend eisige, weisse Wintertage... déjà vu... Wahrnehmung... Verlangen... Verlust... Liebe... Lügen... Leben... Lachen... Nada Brahma... Misstrauen gegenüber Aufschneider,  Verführung, Politiker, Mitläufer, Institutionen, Religionen, Konformismus, hohlen Ritualen...  u.v.a.m.
Alan wollte ein paar sehr persönliche Gedanken in Musik umsetzen, und so half ich ihm 2 Titel ("Ridaan" und "Rose Water") aufzunehmen. Im weiteren improvisierte er über die 2009 erarbeiteten Module und lieferte ein paar erstaunliche Inkantationen, welchen ich dann  einen "hauseigenen" Körper verpasste, wie es Alan formuliert. Die ersten beiden vokalen Tracks bildeten den Initialzünder für eine neue Herausforderung: warum nicht einmal ein instrumentales Album mit Schwerpunkt Stimme? Das also war die "Verführung des Kushan's"? ! Alan überzeugte mit Musikalität. Neue Titel schälten sich aus der Zusammenarbeit, ein konkretes Projekt verwirklichte sich Zug um Zug, und "SHAB TAB" begann Form anzunehmen unter Beihilfe von ein paar alten Mitstreitern der alten Peeni Waali Kampfversanstaltungen, wie z.B.
Barbara Dennerlein, der unvergleichliche Rico, Shirley Hofmann, Tobias Morgenstern, Hubert Osterwalder aus Gumbo Zeiten, Pascal Cuche, Raphael Zweifel, Steve Gregory... und (nein, diesmal ist Scratch nicht mit dabei...) Morgan Fisher, Paul Haag und andere...

So erhielt jedes Stück diesen hauseigenen Stempel, die Spielart des Hausherrn, bzw. einen eigenen multi-dimensionalen Charakter, ... (extreme Texturen, üppige Orchestrationen, eine Pandorabox voller Trümpfe)...
 

Übersetzungen der lyrics  & mehr Info auf  farsi      

 

 

1.   M O T H E R   O F   L I F E

Die "Grossmutter of Life", die Alan 2009 entwarf, war anfangs "nur" ein Bordun plus eine Gesangsimpro (viertelton auf Englisch!).
Es bedurfte zwar grosser Überredungskünste, Alan zu einem Santuroverdubb zu bewegen, aber dann entstand eine subtile Metamorphose, in welcher der Bass die Funktion übernahm, den modalen Kontext zu "verbiegen" und das ganze aus Jux und Tollerei zu "bombastieren" mit lauschigen Streicherpassagen.
Ich stellte mir vor, es könnte interessant sein, Barbara Dennerleins meisterhafte Spielart als "Klangkulisse" einzubinden, einen Flötenchill zu trillieren und einen Mittelteil intimistisch zu schrumpfen mit Meister Morgenstern an der Mandorgel... 
Die 'Prolog-Epilog'_Struktur zündeten den Herzschlag für ein 'falsches Ende', eine Resurektion quasi... Mutter des Lebens eben...
Freund Raphael bezeichnete die Sache einmal als Zeppelinade, Peeni Waalis "Stairway to Heaven" mit dem Birchermüsli_Englisch in Vierteltonskala und deutsch/französischen Einsprengseln... eine Ode an keinerlei Verbindlichkeit einem dezidierten Genre gegenüber, Musik von überall und nirgendwo, geplant aus dem Moment... soham...
 

 

2.    S H A B    T A B - auch als video!

Dieses Stück stammt ursprünglich aus der Feder von Gijs Levelt und Alec Kopyt von der Amsterdam Klezmer Band. Es gefiel meinem Sohn (Andri) dergestalt, dass ich aus Jux und Tollerei ein Cover (das Original heisst "Son") davon bastelte, damit er mal so eine Melodie spielt im Stil, den er so heiss liebt (Klezmer- und Balkani Melodies und Groves). Als wir 2009 mit Alan rumalberten und stöberten, was sich denn als Stück eignen könnte für ein grösseres Projekt, überflogen wir eben dieses Cover und Alan spielte mal so schnell ein Santur drauf. Sofort nahm das Stück an Fahrt auf und Hubert, mein Nachbar/Gitarist streckte die Ohren, was es denn da zu spielen gäb, bzw. legte eine makellose Rythmusgitarre obendrauf.
Als Alan im 2010 das zweite mal in die Schweiz kam und ein gemeinsames Projekt irgendwie machbar erschien, schlug ich Alan vor, diesem Titel eine Stimme zu spendieren mit der Optik, dem Peeni Waali, dem Beacon of Hope, dem Leuchtkäfer wieder einmal ein Reverenzchen zu zollen. Alan inspirierte sich dafür vom Original des 'Beacon of Hope' , einem Gedicht von Linton Kwesi Johnson mit einer Art Übersetzung in Farsi (siehe 'translation'). Nun überschlugen sich neue Idee geradezu und das Stück wurde länger und länger.
Als Barbara Dennerlein für einen Einwurf auf "Mother of Life" kam, gab's noch ein kleines Studio-Encore in Form des Solos auf "Shab Tab"... Worauf mir der Humpa-Humpa grove langsam auf den Geist ging, bzw. das Solo mehr einen Jazz-Grove verdiente, und wo ich doch schon dabei war, warum nicht auch ein paar eigene Einwürfe (anstatt strikt nach Vorgabe mucken) entstanden Piccolo-Passagen und eine Dub Sequenz, zu welcher der geniale Handorgelmeister Morgenstern einen Hirnschwurbel beisteuerte. Dann entstand die Notwendigkeit, aus diesem Dub in einen zweiten Teil zu münden, der weg geht eben vom Polka Grove und so in einen Tanzteil, einen Kumina/Pocomania Beat mündet und einen alten Wunsch aufflammen liess: den alten Freund Rico wieder einmal zu sehen und auch für dieses Album (er spielt auf sämtlichen meiner Alben seit 1988) seine unverkennbare Posaunen_Marke zu hinterlassen. Und da Raphael ebenfalls gerade zu Besuch war, steuerte er noch eine rassige Cellopassage bei.
Die beiden AKB Musiker Alec (der Autor) und Gijs (der Komponist von "Son", der sogar mal mit Rico spielte) waren so freundlich, unsere Version zu genehmigen, obwohl Alan's Text in keiner Weise dem Text von "Son" entspricht, was u.U. hätte Komplikationen geben können... Andri ist nebst seinem Klarinettenspiel sehr interessiert am Filmen, und so entstanden immer wieder unzusammenhängende kleine Filmchen, welche wir dann zusammeneditierten und aus dem Stück gar unser erster VideoClip wurde. Und das alles nur aus Jux und Tollerei, bzw. die Ressourcen nützend, die uns zur Verfügung stehen..... (check it out for yourself on YouTube).
Gute Musik macht eben gute Freunde und daraus entsteht eine gute Sache...

tha author (and singer) of "Son" & Andri in Zürich, Mai 20st, 2011)


 

 

weitere Übersetzungen folgen.

 

3.   F R O M   M A H A B A D    T O    S A I N T   S A E N S !

Der Titel hat nichts mit dem gesungenen Text zu tun, zumal alles eigentlich mit einem Instrumental anfing, inspiriert von St. Saens' "Prélude No. 2". Mahabad ist Alan's Geburtsort in Persien und die Musik sollte zeigen, wie nahe doch Mahabad und St. Saens beisammen liegen... Erst ein Jahr später, als das Projekt wirklich ins Rollen kam und die Sache auch Vocals enthalten sollte, entschlossen wir uns, auch diesen Titel mit einem alten, kontroversen Gedicht zu versehen.

Zu der ursprünglichen Ostinato-Origie strickte ich einen passenden Bass (um wiederum den modalen Modus etwas zu 'schmälern') und Alan verwendete das Gedicht 'Morgh-e Sahar', Persisch مُرغ سحر, geschrieben während der Qajar Era und ursprünglich vertont als Tasneef oder Taraaneh. Obwohl schon über 150 Jahre alt, beschreibt das Gedicht treffend das heutige Iran vom sozio-politischem Standpunkt aus gesehen. Weshalb es auch eine Art "revolutionäre Hymne" geworden ist, berühmt durch eine re-Orchestrierung vom (Protest und Schnulzen)Sänger Shajarian.

Sharjarian's Version repräsentiert eine Art 'nationales Heiligtum', weshalb unsere neue Fassung mit einer anderen Melodie auch prompt einiges an Ressentiment erntete:

... [...]... "es ist ein speziell sensibler "nationalistischer" Song dieser Tage, wo das System zu zerfallen scheint in Iran, und auch weil Shajarian eine starke Anti-Regiome Position eingenommen hat, bzw. eine Art Bannerträger gehandelt wird. Da nun die Melodie radikal geändert wurde ...[...]... wird dieser Titel mit Sicherheit negative Kommentare seitens der Iraner einfahren, bzw. das wunderbare Arrangement und das tolle Handwerk werden ignoriert vor dem Hintergrund der "unkonventionellen Melodie" ...[...]...

Der Schreiber dieser Zeilen schliesst aber mit  "aber vielleicht täusche ich mich!"
Wir waren sehr dankbar für die pragmatische Beobachtung, bzw. die wertvolle Warnung, worauf wir dann später einen anderen (siehe translations), von Rumi inspirierten Text aufnahmen für's gleichnamige Video
http://www.youtube.com/watch?v=Z2VOu-xIvJU 
Falls/wenn "Shab Tab" jemals eine zweite Pressung erfahren sollte...

Ein andere Kommentar lautete:

...[...]... ich denke, viele Leute, die wirklich genug haben vom iranischen Regime, bzw. von jeder Theokratie werden "Ridaan" lieben! Wie Sie selbst einmal schrieben wird es (leider) immer Agressionen seitens radikaler Religionsfanatiker geben, aber die sind in der Minderheit verglichen zu den Massen, die sich vielleicht verletzt fühlen durch "From Mahabad to Saint-Saëns". Wenn Sie also beide diese Titel veröffentlichen, werden Sie potentiell mit Nationalisten und religiösen Fanatikern konfrontiert, and das widerum schmälert die Bandbreite iranischer Höhrer, die ihr Kunstwerk ganz sicher geniessen würden....[...]...

Stellt sich also die Frage (???): für wen veröffentlichen wir so etwas überhaupt? Bzw. "warum" dieses Album, wenn's doch kein Iraner kaufen wird und andere kaum der Farsi Sprache mächtig sind?
Da kann ich nur sagen: dann hör die einfach die positive vibrations an, lass die den Sound gefallen, Mann! Das wird Dich sofort bereit öffnen für zeitlosen, bedachten Tiefgang und sensitiven Genuss.
Sind wir nicht alle betroffen von falschen Regimes und deren Despoten, von Oligarchen und deren Manipulationen mit Medien und Geheimdiensten? Muss Musik denn gar noch traditionellen Nationalismus vertreten?
Ich meine, Schönheit allein, das Sein im Jetzt mit der Stille nach friedlichem Klang steht doch schon allein für musikalischen Inhalt, oder etwa nicht?
Weil: wir - als Musiker - gehören zu keiner Elite, zu keinem "Club", zu keiner "Vereinigung".
Ich erinnere da nur an den engstirnigen Bob Dylan fan, der in Irland schrie "Judas", weil Dylan plötzlich elektrisch aufspielte, und so was immer für eine 'Protestbewegung' "verriet". Doofer geht's ja wohl kaum noch...

Man stelle sich einen zukünftigen giga Künstler/Helden vor, der “Damn you masters of War” z.B. auf die Nationalhymne von Zibnukwana bringt und's wird zum Gassenhauer irgend einer momentanen Elite, der Schnuller des momentanen Oligarchen oder schlimmer: die Engstirner erklären's zum Heiligtum, meisseln's in Stein...
Blanke Aberration. Das beste Mittel kann nur sein, “Damn you masters of War” sofort mit einer anderen Melodie zu covern, warum nicht sogar mit einem musikalisch anderen Cover, z.B. White Christmas oder Balu's Tanz mit Louis Prima...
Und schon brüllt der Affe mit der Nationalhymne: "Verrat"...
Wie kann man ein Stück Musik oder ein Gedicht nur in Stein meisseln, wenn's schon am nächsten Tag vielleicht "überholt" ist, weil's missbraucht wurde von den gestrigen Revolutionären, die bereits zu den morgigen Halsabschneidern mutiert sind? Was ist revolutionär am Taschenfüllen, am Kult_Erklären, am Status-Star mit eben den gefüllten Taschen?
Eine als Kunst vorgetragene Wahrheit kann nicht zu einem Besitz werden, weil Wahrheit schon immer existiert hat. Niemand kann Wahrheit patentieren lassen
. Kein Dylan, kein Shajarian und keine Generation, weil es keine solche "eine Generation" gibt. Einem Dichter (oder seinem musikalisches Pendent) gehört das eigene "Message" nicht mehr von dem Moment an, wo es veröffentlicht wird, weil es von jemand anderem auf jedwelche Weise interpretiert und - leider - missbraucht werden kann. Was für mich Musik für eine Hochzeit sein mag, ist für meinen Nachbarn vielleicht die Melodie zu seinem Begräbnis...

Das schockierende Regime in Iran ist nicht nur ein "Iranisches Problem". Die Parameter, welche solch eine Schreckensherrschaft definieren sind die gleichen wie an vielen andern Orten auch, also sind wir auch alle betroffen davon und es ist gut, wenn sich eine nachdenklich stimmende Warnung jedwelches National_Denken überhebt. Nationalisten sind eben auch oft sehr verdächtig und gefährlich, weil solche Engstirnigkeit sehr schnell in blanken Oportunismus umschlägt. Adolf hat's uns vorgemacht vor 75 Jahren, was Nationalismus "erreicht", und niemand will sowas nochmal hochkommen sehen. Nicht hier, nicht dort, nicht irgendwo überhaupt.
Ein Toter ist immer ohne Ausnahme ein Toter zuviel. Man kann vielleicht froh sein, dass ein Bin Laden niemanden mehr bedrohen kann, aber sein Tod macht mich nicht "glücklich(er)".
Aber kein Wort kann roh und suggestiv genug sein, auf die Konsequenzen hinzuweisen, welche Engstirnigkeit herbeiführt (z.B. Missbrauch dogmatischer Religionen bis zum Verbrechen, Ungerechtigkeit und Armut.

 



 

Eine andere, interessante Entstehungsgeschichte war

4.   W I D M U N G    A N    (tribute to)   H A F I S

Mein Nachbar Hubert - ein hervorragender Gitarist - sitzen oft zusammen und betreiben "Sein" in Form von losgelöstem Musizieren, dem "joyful noise".
(Mittlerweile ist daraus eine kleine Live-Constellation geworden
http://youtu.be/kuNPkN3TF88

Eines Tages brachte Hubert dieses 7/8 Gitarreostinato, das sofort eine Handorgelmelodie hervorzauberte und - immer die Ressourcen des Hauses benutzend - auch Sohnemann Andri miteinbezogen wurde.
(Barbara Dennerlein with Andri at home, august 2010).
Das hypnotische Ostinato pellte 2 einzelne Noten / Konstanten heraus (ein Ha und ein Fis), und so widmeten wir es dem HaFis...
https://de.wikipedia.org/wiki/Hafes
zumal es durchaus zu unseren philosophischen Abschweifungen/Diskussionen mit Alan passte, bzw. - auch als Instrumental - durchaus zu den anderen Titeln für Shab Tab passte, selbst wenn dieser Titel eigentlich schon lange vor der Idee von/mit "Shab Tab" (als Album) vorlag. So steuerte Alan ein paar Schlüssellinien mit dem Santur bei und ab und zu ein Ha und ein Fis.
Vielleicht müssten wir die musikalische Skala um ein "Ru" und ein "Mi" erweitern... und warum nicht auch ein "Saa" und ein "Di"...



 

5.   S H A M A N    R E G G A E     I N    J A H    P A N  (Fukushima Dub)
 
während der Experimentierphase probierten wir eine andere Stilblüte: wie wär's, wenn Alan zuerst auf einen einfachen Bordun eine Stimme improvisiert, und dann dieser Melodie mit dem Santur "nachfährt"? Worauf ich wieder den modalen Modus kidnappe, bzw. mit dem Bass einen harmonischen Ablauf erzwinge. Das ganze schrie dann förmlich nach einem Reggae, schliesslich eine langjährige Spielwiese des Hausherrn, und siehe da, der Handschuh sass wie angegossen...
Mitten in der Endphase während des Mixdown passierte die schreckliche Geschichte in Fukushima. Und so widmeten wir die Nummer all den sufferers dieses nuclearen Armageddon und nannten es "Shaman Reggae fi Jah Pa(i)n", obwohl  Alan's Gedicht lange for dem Tsunami 'passierte' und eigentlich nichts mit der Katastrophe selbst etwas zu tun hat.
Die Tragödie von Fukushima sollte uns einmal mehr daran erinnern, wie arrogant der Mensch doch sein kann, zu proklamieren "gemäss menschlichem Ermessen, ist das Restrisiko minimal, blah blah..."! Die Grundlage auf welcher im Erdbeben geschütteltsten Plateau der Erde 59 Nuklearanlagen gebaut werden!
Der Schock war ein heilendes Erlebnis insofern, dass ich unverzüglich den Heizöltank dem Herrn Gadafi retournierte, ein Grundwasser/Erdwäre_Heizsystem und eine Voltaik installierte, auf dass der oekologische Fussabdruck keine Krümel zwischen den Stollen hinterlasse...
 
 
 
 

6.   F I V E   B E L L S     O V E R    T O K Y O

Seit Jahren hatte ich immer wieder äusserst angenehmen Kontakt mit Morgan Fisher und es war unumgänglich, dass ich seine Eigeneinladung (bei einem Projekt auch mal musikalisch mitzumachen) ignorieren könnte, und so kam auch der wunderbar "Epilog" der Platte raus: eine runde Sache, welche zwar ursprünglich nicht geplant war für dieses Projekt, aber eben doch wunderbar abrundet. Obwohl Alan nicht einmal mitspielt, sondern anstelle des Santurs mal der "Schweizer Grossenkel", das Hackbrett zum Zuge kommt.  Morgan fragte mich vor Jahren einmal: und wann spiele ich jetzt auf Deinem nächsten Projekt?
Diese Bemerkung streckte ganz deutlich den Kopf aus unserem Vermarktungssumpf, als die Arbeiten an "Shab Tab" praktisch schon abgeschlossen waren. Da tauchte plötzlich eine dieser berühmten "Leichen" auf, die man immer auf die Seite schiebt, weil einem nichts dazu einfallen will. Also schickte ich Morgan solch eine Prämisse (nach Tokyo), eine Improvisation von Alan, und liess vollkommen freie Hand für jedwelche Verbiegung, Verfremdung, Umstellung etc.
Morgan lieferte eine umwerfende Orchestrierung mit einem raffinierten Arrangement. Es bedarf nur einem minimalen Pinseltupfer (namentlich die PlastikGeigen mit dem gespielten Cello von Raphael zu ersetzen) und es schmeichelt mir sehr, Morgan's archetypischen Sound mit seinen Vintage/Oldie_keyboards an Bord zu wissen (z.B. das Pianoline).



 

7.   S H A B     N A M



 

8.   B U D D A H    O N    T H E    F R O G S

Wie bei "Mother of Life", legte Alan die ersten Prämissen 2009 zu diesem Experiment (ein monotoner Bordun plus Stimmenimprovisation). Die unterschiedlichen Vokaltechniken unterteilten den Titel auf natürliche Art und es bedurfte - im Gegensatz zu "Mother of Life" keinerlei zusätzlichem Arrangement oder gar einer Orchestration, ausser die 4 Sektionen soundmässig gut hervorzuheben. Alan wollte trotzdem mehr "Körper" zu dem Stück und so gruben wir meine Froschsymphonie von 1981 wieder mal aus.  Ein kleiner Tupfer Santur hier und dort, ein erweiterter Bordun um 4 Alphörner (Paul Haag), ein Spritzer Handorgel und ohne unser Dazutun kam's so daher, als hätten die Frösche ihre Dynamik tatsächlich genau zu den 4 Teilen ausgerichtet! Ein magisches Frosch Mantra: Those of lascivious mind and extravagant circumstance shall not pass from the world of wisdom. (Hafiz).
Dieses Froschkonzert verwendete ich bereits mehrmals, und erstaunlicherweise passt sich diese "Geräuschkulisse" vollkommen jeder Tonart an!

 


 

9.   R I D A A N

The truth might be an offense, but it is no sin. It can differ very much from the reality we perceive and which affects us...
We owe it to music to make good music in the first place. If music's to be with lyrics, then words ought to be as deep as the music...
So we won't change the course of “Shab Tab”, so long we remain decent and not provocative to a point of being self-destructive or getting  unpolitically non-correct…

When Alan came here again in
may 2010 for a 2 months stay to check out other possibilities (e.g. to settle down here, and/or other issues), he wanted to get rid of some thoughts and themes in his head concerning his existential trauma of neither having a cultural past (he left an Iran than doesn't allow a modern view of its culture) nor cultural future (he lives temporarily in New York, i.g. in a country that has a cultural future only by synthesizing all its theft, robbery and dreaded colonialism of the past into... into what? Into a new world order?...). Hence he churned out "Ridaan" in a flabbergasting wrath and utter concern. During this same "output", there was yet another piece ("Rose Water") more or less in the same "angry" vein/way, but due to its poorer musical body (compared to the rest) I decided to drop 'Rose Water' for the time being. However, its lyrical content is strong and biting all the same, which is why you'll find it still in the lyrics/translations.
But these two pieces became the initial spark to shape a whole collection of pieces from those loose pieces laid down a year before plus fresh material.


 


10.   N O U V E L L E    C U I S I N E     O R I E N T A L E

Swapping thoughts about using micro-tonal scales (i.e. listening to Wendy Carlos' "Beauty in the Beast"), I dug out my old milkpots from "Kulu Hatha Mamnua" days and Alan mused that the milkpot-pattern of the '81 recording "Cuisine", was an Indian rag !
I asked him to tune the santur exactly to the intervals of three milkpots and then 'accompany' that tune. It was only minutes before Alan came up with some lyrics and yet another facet joined the puzzle of seemingly disparate tunes, all linked by the only matter: sound. The rest is merely rythm' and the worldly aspects may be words...




11.   M A S S   M E D I U M

And as history slips out of view bated breath for the nine o'clock news
reassembled right before your very eyes: innuendo rumour and lies
Endless fun and games steal a headline, name some names
we're so proud that our press feel so free to manipulate them you and me
And as each campaign begins to absolve us of our sins
I see freedom sold by the yard it's so easy why make it hard?

written by Robert Wyatt, this (instrumental) cover-version reflects some of our own observations, worries & hopes. All the more since Wyatt's political views and revolutionary stance override themes of repression of the working classes, alienation, snobbery and individual liberty. Wyatt even made a conscious effort to produce "un-misusable music" – music where any possible political ambiguity was removed so that it would have to be rejected by anyone promoting corrupt Western culture.
We felt this "side-step" particularily matching to the rest of the lyrics on this collection of pieces. Originally I shaped it in collaboration with the late Heinz Vetsch. Morgan Fisher did the keyboards and voiced it for us, but I chose this instrumental version for "Shab Tab". I'm convinced the vocal version will find its way onto a different context when the time is right, thus taking advantage to hear this great rendering again...

The intro ("L'internationale") was written in Paris, in June of 1871 by Eugène Pottier (1816 - 1887). He was a member of the International and of the Central Committee of the Commune. He was condemned to death in May of 1873, but sentence was never carried out as he took refuge in America. The song was published in Chants Révolutionnaires (1887), and dedicated to Gustave Lefrançais, member of the Commune.

Arise, you prisoners of starvation!
Arise, you wretched of the earth!
For justice thunders condemnation.
A better world's in birth.
No more tradition's chains shall bind us.
Arise, you slaves, no more in thrall!
The earth shall rise on new foundations.
We have been naught, we shall be all.
'Tis the final conflict;
Let each stand in his place.
The international working class
Shall be the human race.

 

 

 

However, from all the different things we tried out, this batch of tunes is only a small glimpse into our universe, created for this ocasion...
 

translations of "Shab Tab" lyrics   

 

Anyway... we hope you'll be listening still by the time "Peeni Waali" will light you up!...

 

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